Viel Arbeit wartete nach der Fußball-Europameisterschaft 2008 in
Österreich und der Schweiz auf das Unternehmen Marchfeldrasen aus
Aderklaa in der Nähe von Wien. Die sechs Trainingsplätze neben dem
Wiener Ernst-Happel-Stadion wurden mit neuem Naturrasen ausgestattet.
Während des Turniers war die insgesamt 4,5 Hektar große Trainingsfläche
von einer großen Stadt aus VIP-Zelten bedeckt, mit deren Aufbau bereits
zwei Wochen vor Beginn des Turniers begonnen wurde. Der Abbau nahm dann
noch einmal weitere 14 Tage in Anspruch, so dass die Rasenflächen
insgesamt fast zwei Monate bedeckt waren. Auch die Flächen zwischen den
Zelten waren zugeschüttet, denn Wege aus Granulat führten die Besucher
durch die Zeltstadt. Und das waren nicht wenige. Franz Krivanek, einer
der Inhaber der Marchfeldrasen GmbH, erzählt: „Ich vermute, dass pro
Spieltag – also an den drei Vorrundenspielen, dem Viertelfinale, dem
Halbfinale und dem Endspiel – insgesamt jeweils 10.000 bis 15.000
Menschen in der VIP-Stadt unterwegs waren. Und wenn dann der Rasen zwei
Monate fast komplett abgedeckt ist, bleibt am Ende nur noch braune Erde
übrig.“
Doch die Zerstörung der Rasenflächen war seitens der UEFA und der Stadt
Wien im Budget eingeplant, denn bereits Anfang April 2008 sind die
Arbeiten zur Verlegung der neuen Rasenflächen ausgeschrieben worden.
Nach dem Abbau der Zeltstadt hatte Marchfeldrasen dann einen recht
engen Zeitplan einzuhalten: Bis Ende August sollten die 4,5 Hektar
wieder mit einem frischen neuen Rasen ausgestattet sein. „Daher wurde
jeden Tag von 7 Uhr in der Früh bis spät am Abend gearbeitet. Der Rasen
ist speziell dafür in Budapest gezüchtet worden und wurde anschließend
sofort mit dem LKW nach Wien transportiert. Jede LKW-Ladung wurde just
in time verarbeitet, das heißt noch am selben Tag ihrer Ankunft. So
sind die Rollen schön frisch und von guter Qualität geblieben“, weiß
Franz Krivanek.
Für die Trainingsplätze wurde Sportrasen nach DIN-Norm verwendet.
Dieser bestand zu 90 Prozent aus Wiesenrispe und 10 Prozent aus
Deutschem Weidelgras. Ein Rasen ganz ähnlichen Typs liegt auch im
Ernst-Happel-Stadion selbst. „Auf den Trainingsplätzen ist ja jeden Tag
Betrieb, deswegen haben wir eben diesen Rasen gewählt. Der Nachwuchs
von Austria Wien trainiert hier sehr intensiv, am Wochenende spielen
hier Amateurvereine, und unter der Woche tragen die Wiener
Nachwuchsmannschaften ihre Spiele aus. Hier ist es praktisch jeden Tag
voll, deswegen muss der Rasen auch robust sein. Für eine solche
Benutzungsfrequenz ist es wichtig einen strapazfähige und
regenerationsfähige Rasenmischung zu liefern“, erläutert Franz Krivanek
die Wahl des neuen Rasens. Die Verlegearbeiten sonst seien an sich ganz
normal gewesen, nur dass man während der gesamten dreieinhalb Wochen an
ein und demselben Einsatzort gewesen sei. Auch die Zusammenarbeit mit
der Firma Swietelsky Sportbau, die für den Unterbau und die Bewässerung
zuständig war, habe hervorragend geklappt. Franz Krivanek: „Wir haben
am Ende sozusagen nur den grünen Deckel draufgemacht, nachdem der
Unterbau fertig war.“ ( Stadionwelt, 14.10. 2008 )
|